Gedenk- und Aktionswoche 2026
Hattingen/Ruhr.
Unter dem Leitgedanken „Für Toleranz und Demokratie – gegen
das Vergessen“ lädt die Gedenk- und Aktionswoche 2026 dazu ein, sich mit der
Geschichte auseinanderzusetzen, demokratische Werte zu stärken und gemeinsam
Verantwortung für ein respektvolles Miteinander zu übernehmen.
„Hattingen hat Haltung“ – die Überschrift der Veranstaltungsreihe ist
zugleich Anspruch und Einladung, gemeinsam hinzuschauen, zu erinnern und
Verantwortung für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu übernehmen.
Vom 5. bis zum 15. November führt das Programm an historische Orte und
greift Geschichten auf, die zeigen, welche Folgen es hat, wenn Menschenrechte,
Freiheit und Menschlichkeit missachtet werden. Dabei geht es nicht allein um
den Blick in die Vergangenheit. Vielmehr soll die Erinnerung Orientierung für
die Gegenwart geben und dazu beitragen, Verantwortung für die Zukunft zu
übernehmen.
Geschichte verstehen, Erinnerung lebendig halten
Ein Thema der diesjährigen Aktionswoche ist die Auseinandersetzung mit der
Zwangsarbeit in Blankenstein und der Rolle der Henrichshütte im
Nationalsozialismus. Historische Stadtrundgänge machen Spuren von Verfolgung
und Widerstand in Hattingen sichtbar. Bei der Stolpersteinputzaktion erinnern
Schülerinnen und Schüler an die Opfer des Naziterrors und setzen zugleich ein
Zeichen gegen Hass, Hetze und Intoleranz in der Gegenwart.
Die Auseinandersetzung junger Menschen mit der Geschichte nimmt einen
wichtigen Platz im Programm ein. Das Jugendtheaterstück „ÜBERdasLEBEN“
beschäftigt sich mit Gleichschaltung, Unfreiheit, Widerstand und dem Kampf um
ein gerechtes Leben. Die Kinderbuchlesung „Der beste Spielplatz der Welt“
vermittelt Grundschulkindern altersgerecht grundlegende Werte des
Zusammenlebens.
„Beide Angebote verdeutlichen, dass Demokratie und Menschlichkeit keine
Selbstverständlichkeit sind, sondern im Alltag gelebt und immer wieder
verteidigt werden müssen“ erläutert Olaf Jacksteit von der städtischen
Kordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten.
Demokratie erleben und Haltung zeigen
Wie demokratische Werte im Alltag gestärkt werden können, zeigt das
Demokratie-Fitness-Training der Volkshochschule (vhs). In einer lockeren
Atmosphäre machen Übungen demokratische Werte bewusst erfahrbar und laden dazu
ein, sich praktisch mit ihnen auseinanderzusetzen.
Neue Zugänge zur Geschichte eröffnet ein virtueller Rundgang, bei dem
Interessierte das Versteck von Anne Frank erleben können. Eine szenische Lesung
über Albert Göring beleuchtet zudem, wie Menschen auch unter schwierigen
Bedingungen Entscheidungen treffen und Haltung zeigen können.
Darüber hinaus richtet sich der Blick auf die Bedeutung von Widerstand für
die Gegenwart: Die historische Radtour „Demokratie braucht Widerstand“ geht der
Frage nach, welche Rolle Widerstand für eine lebendige Demokratie spielt. Beim
interreligiösen Friedensgebet kommen Menschen unterschiedlicher
Glaubensrichtungen zusammen, um gemeinsam für Frieden, Zusammenhalt und ein
respektvolles Miteinander einzustehen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Gedenk- und Aktionswoche lebt vom Engagement zahlreicher Beteiligter.
Schulen, Vereine, Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Stadtarchiv, kulturelle
Einrichtungen, Initiativen und weitere Partnerinnen und Partner gestalten das
Programm gemeinsam. „Ihre Beteiligung zeigt, wie vielfältig demokratische
Verantwortung in Hattingen gelebt werden kann“, betont Hattingens
Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing
Durch die Förderung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und des vielfach
ehrenamtlichen Engagements sind alle Veranstaltungen kostenfrei.
Die Gedenk- und Aktionswoche 2026 lädt alle Interessierten dazu ein, die
Angebote zu besuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein
Zeichen für Toleranz, Demokratie und Menschlichkeit zu setzen.
„Denn Haltung beginnt dort, wo Menschen nicht wegsehen. Sie zeigt sich im
Umgang miteinander, im Widerspruch gegen Ausgrenzung und im gemeinsamen Einsatz
für eine lebendige Demokratie“. So Melanie Witte-Lonsing.
Das komplette Programm gibt es hier. Bitte klicken
Foto: Stadt Hattingen , Olaf Jacksteit und Heiko Koch