Gewässerbau und Hochwasserschutz



Folgende Aufgaben haben wir im Gewässerbereich:

  • Wir planen Gewässerbaumaßnahmen und Maßnahmen gemäß den Zielsetzungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie an Gwässern, für die die Stadt zuständig ist, und führen diese auch durch
  • Wir stellen Gewässerschutzbeauftragten
  • Wir führen Gewässerunterhaltungsarbeiten durch
  • Wir bauen und sanieren unsere Anlagen an Gewässern wie zum Beispiel Gewässerbrücken, -verrohrungen, Durchlässe und Stützwände

Gewässerbau

Im Gewässerbau werden eine Vielzahl von Projekten durchgeführt, um zum Einen den Gewässern Starthilfe zur ökologischen Verbesserung zu geben und somit den Forderungen der Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden nachzukommen. Zum Anderen dienen die Umsetzungen auch der Aufwertung des Stadtbildes und attraktiveren die Naherholungsbereiche für uns Menschen.

Neben der Ruhr, durchzieht eine Vielzahl kleinerer Gewässer das Hattingen Stadtgebiet.

Für die Renaturierung der Hattinger Fließgewässer, mit Ausnahme der Ruhr, ist die Stadt in der Verantwortung. Für die größeren Gewässer, die sogenannten Berichtsgewässer, dienen Umsetzungsfahrpläne als Vorlage, welche auf Grundlage der EG-Wasserrahmenrichtlinie erstellt wurden.

Die Berichtsgewässer lauten Paasbach, Sprockhövler Bach, Deilbach und Pleßbach. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl kleiner Bäche wie z.B. Heierbergsbach, Maasbecke, Behrenbecke oder Kehrbecke. Das gesamte Fließgewässersytem (ohne die Ruhr) umfasst ca. 116,5 km in Hattingen.

Zur EG-Wasserrahmenrichtlinie

Anlagen an Gewässern

Die Ingenieurbauwerke wie zum Beispiel Brücken, Durchlässe, Verrohrungen und Stützmauern an oder über Gewässer sind Anlagen nach § 36 Wasserhaushaltsgesetz (WHG), welche sich in, an, über oder unter oberirdische Gewässer befinden. Die Stadt ist dabei für ca. 35 Bauwerke zuständig sowie für ca. 2,5 km verrohrte Gewässer.

Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 und der Wiederaufbau

Eingestürzte Brücke Am Schnüber über den Felderbach nach dem Hochwasser 2021Durch das Starkregen- und Hochwasserereignis am 14./15. Juli 2021 wurden viele Ingenieurbauwerke in Hattingen stark beschädigt und teilweise zerstört. Die Stadt Hattingen muss allein 15 Brücken in den nächsten Jahren erneuern und weitere sanieren.


Folgend aus der Hochwasserkatastrophe gibt es das Förderprogramm Wiederaufbau des Landes Nordrhein-Westfalen. Auch geschädigte private Personen können eine Förderung erhalten. Informationen zur Wiederaufbauhilfe finden Sie hier: Wiederaufbauhilfe.

Unterwegs im Untergrund - Forschungskooperation zwischen dem Forschungszentrum Nachbergbau  und der Stadt Hattingen

Das Forschungszentrum Nachbergbau der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) unterstützte im Spätsommer 2023 das Tiefbauamt Hattingen bei besonderen Kontrollarbeiten: Das wissenschaftliche Team untersuche einen alten Gewässer-Tunnel in Hattingen mit modernen Methoden. Dabei ging es vor allem darum, die rund 600 Meter lange Strecke bis ins Detail zu vermessen und mögliche Schäden zu identifizieren. Die gewonnenen Daten geben Aufschluss über den Zustand und die Standsicherheit. Mehr Informationen hier.



Hochwasserschutz

Hochwasserschild am Leinpfad

Der Hochwasserschutz erfolgt im Bereich der räumlichen Planung im Wesentlichen durch die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten, welche von der Bezirksregierung Arnsberg festgesetzt werden. Überschwemmungsgebiete sind gemäß § 76 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Gebiete zwischen oberirdischen Gewässern und Deichen oder Hochufern und sonstige Gebiete, die bei Hochwasser überschwemmt oder durchflossen oder die für Hochwasserentlastung oder Rückhaltung beansprucht werden. Berechnungsgrundlage für Überschwemmungsgebiete ist ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Für festgesetzte Überschwemmungsgebiete gelten besondere Schutzvorschriften. Diese Festsetzung ist für die Eigentümerinnen und Eigentümer daher mit unmittelbaren Rechtsfolgen für ihr Grundstück verbunden.

Zu den Überschwemmungsgebieten

Hochwasserrisikomanagement

Ergänzt wird die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten durch das Hochwasserrisikomanagment. Es wird gewässerübergreifend für große Gewässer und Risikogewässer aufgestellt und liegt daher in der Zuständigkeit des Landes bzw. der Bezirksregierungen. Im Hattinger Stadtgebiet betrifft dies die Ruhr sowie den Deilbach als Risikogewässer. Ein Gewässer gilt dann als Risikogewässer, wenn von ihm im Hochwasserfall besondere Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe oder die wirtschaftliche Tätigkeit beziehungsweise erhebliche Sachwerte ausgehen.

Die Hochwasserrisikomanagementplanung besteht aus den Bausteinen Hochwassergefahrenkarten mit Einzeichnung von Überflutungsbereichen, Hochwasserrisikokarten mit Darstellung der Folgen für die Bebauung und Maßnahmenlisten. Die Maßnahmenliste legen ihren Schwerpunkt auf die Vermeidung von Hochwässern und berücksichtigen im Wesentlichen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen, Frühwarnsysteme und nicht-bauliche Maßnahmen.

Alle 6 Jahre werden in Nordrhein-Westfalen die Hochwasserrisikomanagementpläne aktualisiert. Ziel der Pläne ist es, über bestehende Gefahren zu informieren und Maßnahmen unterschiedlicher Akteure zu erfassen und abzustimmen, um hochwasserbedingte Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, Infrastrukturen und Eigentum zu verringern und zu bewältigen.
Den Plänen wird neben einem 10-jährlichen und einem 100-jährlichen Hochwasser auch ein statistisch 1.000-jährliches Hochwasserereignis zugrunde gelegt. Die Pläne gehen somit über die Bereiche der förmlich festgesetzten Überschwemmungsgebiete hinaus.

Zu den Hochwasserrisikokarten

Gewässerpegel

Das neue Hochwasserportal des LANUV zeigt Ihnen die aktuellen Pegeldaten für unsere Region und bereitet weitere Informationen wie hydrologische Lageberichte und Warnberichte benutzerfreundlich auf.

Darüber hinaus empfiehlt die Stadt Hattingen die Installation von Hinweis-Apps wie z.B. „Meine Pegel“. „Meine Pegel“ ist die amtliche Wasserstands- und Hochwasser-Informations-App mit rund 2.500 Pegeln in Deutschland. Informieren Sie sich über den aktuellen Wasserstand an Ihrem Pegel und lassen Sie sich über Push-Mitteilung bei Über- oder Unterschreitung von individuell konfigurierbaren Grenzwerten benachrichtigen.

Weitere Informationen zu lokalen Pegelständen finden Sie hier:

Zum Pegelstand der Ruhr

Zum Hochwasserportal NRW

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