Ein Jahr „GREEN Team“ in Hattingen
Hattingen/Ruhr. Vor einem Jahr war die Fläche am Rosenberg
noch von hohem Gras, Sträuchern und Wildwuchs geprägt. Heute laden
liebevoll gestaltete Hochbeete, eine Kräuterspirale, ein
Gewächshaus, Staudenbeete und ein Bauwagen zum gemeinsamen Gärtnern
und Austauschen ein. Das interkulturelle Gartenprojekt „GREEN-Team
– Gemeinsam wachsen“ der vhs Hattingen hat sich innerhalb eines
Jahres zu einem lebendigen Treffpunkt für Menschen unterschiedlicher
Generationen und Herkunft entwickelt.
Im Frühjahr 2025
fiel der Startschuss für das Urban-Gardening-Projekt in direkter
Nachbarschaft zur AWO-Kindertagesstätte "Am Rosenberg". Von Beginn an
mit dabei war die Hattinger Wohnungsbaugenossenschaft hwg, die nicht
nur das Grundstück zur Verfügung stellt, sondern die Umsetzung auch
tatkräftig unterstützt. Ziel des vom Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge geförderten Projekts ist es, Menschen mit und ohne
Migrationsgeschichte zusammenzubringen und Begegnungen im Alltag zu
ermöglichen. „Wir wollten einen offenen Ort schaffen, an dem
Menschen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas
gestalten können. Zu sehen, wie sich die Fläche in den vergangenen
Monaten entwickelt haben, ist eine große Freude“, sagt
Projektleiterin Judith Büthe.
Dabei verlief die
Entwicklung des Gartens Schritt für Schritt. Einen festen Masterplan
gab es bewusst nicht. Stattdessen entstand die Gestaltung gemeinsam
mit den Beteiligten und orientierte sich an den Möglichkeiten des
Geländes sowie den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer. Nach
und nach wurden Hochbeete aufgebaut, Kräuter und Stauden gepflanzt,
ein Gewächshaus errichtet und neue Aufenthaltsbereiche geschaffen.
„Ohne die verlässliche Partnerschaft mit der hwg hätten viele
Maßnahmen nicht umgesetzt werden können“, betont Büthe.
Ein wichtiger
Baustein des ersten Projektjahres war die Zusammenarbeit mit der
benachbarten AWO-Kindertagesstätte "Am Rosenberg". Die Kinder besuchen
den Garten regelmäßig mittwochs und erleben dort unmittelbar, wie
Pflanzen wachsen und sich verändern. Gemeinsam wurde beispielsweise
eine Kräuterspirale angelegt. Neben der Gartenarbeit spielt auch die
kreative Auseinandersetzung mit Natur eine wichtige Rolle. So
dokumentieren die Kinder die Entwicklung des Gartens fotografisch und
beschäftigen sich mit Formen, Farben und Strukturen in ihrer
Umgebung. Auf diese Weise verbindet das Projekt Umweltbildung mit
kultureller und kreativer Arbeit.
Auch über die
Kooperation mit der Kindertagesstätte hinaus ist das GREEN-Team
gewachsen. Über das Frauencafé, das Holschentor und weitere
Kontakte haben Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten
Zugang zum Projekt gefunden. „Wer gemeinsam etwas schafft, begegnet
sich auf Augenhöhe. Genau diese Erfahrungen möchten wir mit dem
Projekt ermöglichen“, sagt Petra Kamburg, Leiterin der vhs.
Auch in den
kommenden Monaten sind weitere Angebote geplant. Workshops, kreative
Projekte sowie Exkursionen rund um Natur, Fotografie und
Nachhaltigkeit sollen den Garten als Lern- und Begegnungsort weiter
stärken. Im Rahmen des Kulturrucksacks sind beispielsweise Aktionen
vorgesehen, bei denen mit Naturmaterialien und Pflanzenfarben
gearbeitet wird.
„Das Projekt ist
auf langfristige Wirkung angelegt. Ziel bleibt es, den
Gemeinschaftsgarten dauerhaft als offenen Treffpunkt im Quartier zu
etablieren und möglichst viele Menschen einzubinden. Dabei geht es
nicht nur um das Gärtnern selbst, sondern vor allem um das
gemeinsame Lernen und Gestalten“, erklären Büthe und Kamburg.
Wer mitmachen
möchte, kann sich unter oder (02324) 204
3510 melden. Auch eine direkte Kontaktaufnahme über den
Instagram-Account des Projekts (green_team_hattingen) ist möglich.