Feste Ansprechpartner kümmern sich um die Grünpflege in den
Ortsteilen
Hattingen/Ruhr. Mit dem
neuen Projekt „Stadtteilkümmerer“ setzt die Stadt Hattingen seit
April diesen Jahres auf feste Ansprechpartner für die Grünpflege in den Ortsteilen.
Statt einzelne Aufgaben wie Rückschnittarbeiten oder Spielplatzreinigung stadtweit durch verschiedene Kolonnen
abzuarbeiten, kümmert sich nun ein Mitarbeiter gebündelt um seinen
jeweiligen Stadtteil. So sollen Pflegearbeiten verlässlicher,
sichtbarer und vor allem bürgernäher organisiert werden.
Bernd Czerwinski und
Ali Amor sind die beiden Stadtteilkümmerer. Beide arbeiten seit 34
Jahren bei den Stadtbetrieben und kennen Hattingen entsprechend gut.
Nun haben sie feste Zuständigkeiten übernommen und sind an
bestimmten Wochentagen regelmäßig in ihren Stadtteilen unterwegs.
„Die Menschen kennen mich inzwischen und sprechen mich direkt an,
wenn ihnen etwas auffällt. Viele kleinere Dinge können wir sofort
erledigen. Man entwickelt einfach einen anderen Blick für den
eigenen Stadtteil und merkt schneller, wo Handlungsbedarf besteht“,
erzählt Bernd Czerwinski.
Czerwinski ist für
Niederwenigern, Niederbonsfeld, Winz-Baak, Rauendahl und Bredenscheid zuständig und
bei Bedarf auch in Elfringhausen und Oberstüter im Einsatz. Montags
und donnerstags ist er in Niederwenigern und Niederbonsfeld unterwegs, mittwochs in
Winz-Baak und Rauendahl sowie dienstags in Bredenscheid und bei
Bedarf in Elfringhausen und Oberstüter. Ali Amor kümmert sich um
Welper, Blankenstein und Holthausen. Er ist montags und donnerstags
in Welper, dienstags in Blankenstein und mittwochs in Holthausen vor
Ort. Der Freitag dient als Puffertag, zur Gerätepflege sowie für
zusätzliche oder kurzfristig anfallende Arbeiten. Für
Hattingen-Mitte und das ehemalige Hüttengelände ist weiterhin eine
vierköpfige Grünpflegekolonne zuständig.
Bislang waren die
Grünpflegekolonnen je nach Aufgabengebiet im gesamten Stadtgebiet
unterwegs. Eine Kolonne kümmerte sich beispielsweise um
Rückschnittarbeiten, eine andere um Spielplätze oder um die Pflege
von Grünflächen. Mit dem neuen Konzept wurde diese Arbeitsweise neu
organisiert: Im Mittelpunkt steht nun der jeweilige Stadtteil. Die
Stadtteilkümmerer haben ihre Einsatzgebiete dauerhaft im Blick.
Grundlage ihrer Arbeit sind Pflegepläne, in denen die regelmäßigen
Aufgaben und zu betreuenden Flächen festgehalten sind. Dazu gehören
unter anderem Grünpflege, Müllbeseitigung, die Pflege von Beeten
und Grünflächen, kleinere Rückschnittarbeiten sowie die Kontrolle
und Reinigung von Spielplätzen. Gleichzeitig können Auffälligkeiten
direkt vor Ort erkannt und kleinere Mängel unmittelbar behoben
werden.
„Der große
Vorteil ist, dass nicht mehr einzelne Aufgaben isoliert betrachtet
werden, sondern der gesamte Stadtteil“, erklärt Antje Senger vom
Fachbereich Stadtbetriebe. „Die Stadtteilkümmerer wissen, was in
ihrem Bereich regelmäßig ansteht, erkennen Veränderungen schneller
und können selbstständig entscheiden, wo gerade Handlungsbedarf
besteht. Wenn für ein Problem weitere Unterstützung notwendig ist,
werden die zuständigen Fachbereiche hinzugezogen.“ Auch Hinweise
aus der Bürgerschaft können auf diese Weise schneller aufgegriffen
werden. Bürgerinnen und Bürger sprechen die Stadtteilkümmerer
direkt vor Ort an oder melden Auffälligkeiten über den
Mängelmelder. Was selbst erledigt werden kann, wird möglichst
direkt angegangen. Größere oder fachlich andere Aufgaben werden
entsprechend weitergegeben oder gemeinsam angegangen.
Die ersten
Erfahrungen mit dem neuen Konzept sind positiv. Nach Einschätzungen
des Fachbereichs sind die Beschwerden spürbar zurückgegangen.
Gleichzeitig nehmen die Bürgerinnen und Bürger die beiden
Mitarbeiter zunehmend als feste Ansprechpartner in ihren Stadtteilen
wahr. „Die beiden Stadtteilkümmerer übernehmen deutlich mehr
Eigenverantwortung für ihren Bereich und behalten die Entwicklung
dauerhaft im Blick“, sagt Senger. „Dadurch entsteht eine andere
Verbindlichkeit. Die Menschen vor Ort merken, dass jemand regelmäßig
da ist und sich kümmert. Genau das ist der große Unterschied.“
Auch Bürgermeisterin
Melanie Witte-Lonsing sieht darin einen wichtigen Schritt für mehr
Lebensqualität in den Stadtteilen: „Saubere und gepflegte
Stadtteile tragen entscheidend zur Lebensqualität bei. Das Thema
Stadtsauberkeit wurde mir bereits im Wahlkampf von vielen Bürgerinnen
und Bürgern gespiegelt. Es ging dabei oft um die kleinen Dinge, die
im Alltag auffallen und die Menschen ärgern. Mit den
Stadtteilkümmerern wollen wir genau dort ansetzen: mit mehr Präsenz,
festen Ansprechpartnern und der Möglichkeit, schneller zu
reagieren.“
Das Konzept ist
zunächst als Umstrukturierung innerhalb der Grünpflege angelegt.
Perspektivisch soll das Modell weiter ausgebaut werden. Geplant ist,
mindestens einen weiteren Stadtteilkümmerer einzusetzen.