Saug-Bagger an der Grundschule Heggerfeld ist im Einsatz um die Baumscheiben zu vergrößern.

Saugbagger schafft mehr Platz für Bäume

Schulhof der Grundschule Heggerfeld wird entsiegelt

Hattingen/Ruhr. Auf dem Schulhof der Grundschule Heggerfeld haben in den Sommerferien nicht nur die Bagger, sondern auch ein Saugbagger ganze Arbeit geleistet: Zehn Bäume haben nun deutlich mehr Platz für ihre Wurzeln bekommen. Dafür wurden insgesamt mehr als 300 Quadratmeter Asphalt und verdichtete Tragschichten entfernt. Teilweise wurden einzelne Baumscheiben zu größeren Flächen zusammengeführt. Für jeden Baum stehen nun rund drei Meter zusätzlicher Raum in jede Richtung zur Verfügung. Geplant wurde die Maßnahme vom städtischen Fachbereich Tiefbau.

Die Maßnahme dient dabei nicht nur der Entsiegelung des Schulhofs, sondern vor allem dem Schutz und der langfristigen Entwicklung des vorhandenen und alten Baumbestands. Einige der Bäume zeigten bereits deutliche Anzeichen von Trockenstress. Durch die Vergrößerung der Baumscheiben erhalten sie künftig mehr Raum für ihr Wurzelsystem und bessere Bedingungen für die Wasser- und Nährstoffversorgung.

Die vergrößerten Baumscheiben an der Grundschule Heggerfeld Die Arbeiten stellten das beauftragte Unternehmen „Baumpflege Vogel“ dabei vor eine besondere Herausforderung: Unter dem entfernten Asphalt befand sich eine stark verdichtete und teilweise steinharte Lehmschicht. Gleichzeitig mussten die Wurzeln der Bäume während der gesamten Arbeiten geschützt werden. Zum Einsatz kam deshalb ein Saugbagger. Nachdem der Asphalt rund um die Baumscheiben aufgeschnitten und entfernt worden war, wurde die darunterliegende Tragschicht vorsichtig mit Druckluftlanzen gelockert und anschließend Schicht für Schicht abgesaugt. So konnte das Material entfernt werden, ohne die Wurzeln unnötig zu beschädigen.

„Gerade die Feinwurzeln sind für die Bäume besonders wichtig. Sie übernehmen eine zentrale Funktion bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Deshalb war es uns wichtig, bei der Entsiegelung möglichst schonend vorzugehen“, erklärt Marlon Vogel, Inhaber von Baumpflege Vogel. Auch während der Arbeiten wurden die freigelegten Wurzeln besonders geschützt. Sie wurden mit einem Vlies abgedeckt und feucht gehalten, damit sie nicht austrocknen konnten. Anschließend wurden die Baumscheiben mit speziellem Baumsubstrat aufgefüllt.

Trotz der umfangreichen Entsiegelung bleibt die Spielfläche des Schulhofs nahezu unverändert. „Wir wollten den Bäumen mehr Raum geben, ohne die Aufenthalts- und Spielflächen des Schulhofs einzuschränken“, erklärt der Fachbereich Tiefbau. Auf die entstandenen Flächen wurde im Anschluss Rasen eingesät. Und das warme Wetter der vergangenen Wochen hat bereits erste Ergebnisse sichtbar gemacht: Auf einigen Flächen sprießt der frisch ausgesäte Rasen. Damit dieser sich gut entwickeln kann, sind die neuen Baumscheiben derzeit noch mit Pfosten und Absperrband geschützt. Auch in den ersten Wochen nach Schulbeginn sollen die Flächen möglichst nicht betreten werden.

Die vergrößerten baumscheiben an der Grundschule Heggerfeld.

So sah der Schulhof der Grundschule Heggerfeld vor der Maßnahme aus.

Zusätzlich wurden entlang einiger Baumscheiben neue Wasserrinnen angelegt. Auch die Fahrradmarkierungen auf dem Schulhof mussten aufgrund der veränderten Flächen angepasst werden. Die Markierungsfirma hat diese in der letzten Ferienwoche neu aufgebracht, sodass die Schülerinnen und Schüler die Markierungen weiterhin für ihre Übungen nutzen können.

Bei der Maßnahme wurden insgesamt rund 20 Container mit abgetragenem Boden, Schotter und weiteren Materialien gefüllt. Neben der Firma Baumpflege Vogel war auch die Firma Ulrich Menke Garten- und Landschaftsbau an der Umsetzung der Maßnahme beteiligt. Die Kosten für die Maßnahme an der Grundschule Heggerfeld belaufen sich auf rund 90.000 Euro, die Stadt trägt einen Eigenanteil von zehn Prozent der Kosten. Gefördert wird das Projekt über die Fördermaßnahme „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“, über die die Stadt Hattingen insgesamt rund 1,2 Millionen Euro erhält.



Fotos: (C) Stadt Hattingen

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