Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral
Hattingen/Ruhr. Warum
werden Herzinfarkte bei Frauen häufiger später erkannt? Weshalb wirken
Medikamente bei Frauen und Männern oft unterschiedlich? Und warum
orientiert sich die medizinische Forschung bis heute häufig am
männlichen Standardpatienten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt
sich der Online-Vortrag „Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral – Über Frauen, Gesundheit und die blinden Flecken der Medizin“, zu dem die Gleichstellungsstelle der Stadt Hattingen am Mittwoch, 15. Juli 2026, von 18 bis 19 Uhr einlädt.
Die Veranstaltung ist Teil der digitalen Reihe „sperrangelweit – Digitaler Raum für emanzipierte Zwischenrufe“,
die von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und der
Demografiebeauftragten mit dem Netzwerk W(iedereinstieg) im
Ennepe-Ruhr-Kreis organisiert wird. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es,
gesellschaftliche Entwicklungen aus Gleichstellungsperspektive zu
beleuchten und Denkanstöße für eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu
geben.
Im
Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, welche Auswirkungen
Geschlecht auf Gesundheit, medizinische Forschung und Versorgung hat.
Jahrzehntelang wurden Medikamente überwiegend an Männern getestet,
Symptome von Frauen häufig fehlinterpretiert und geschlechtsspezifische
Unterschiede in Forschung und Versorgung kaum berücksichtigt.
Gleichzeitig beeinflussen auch gesellschaftliche Faktoren wie ungleich
verteilte Sorgearbeit, wirtschaftliche Abhängigkeiten oder
Geschlechterstereotype die Gesundheit und die Gesundheitschancen von
Frauen.
Referentin ist Dr. Nino Chikhradze,
Pflegewissenschaftlerin am Institut für Diversitätsmedizin der
Ruhr-Universität Bochum im Bereich Palliativmedizin. In ihrer Forschung
untersucht sie, wie Geschlecht, Kultur und unterschiedliche
Lebensrealitäten Gesundheit und medizinische Versorgung prägen. Dabei
verbindet sie pflegerische, medizinische und soziale Perspektiven.
Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren
gesellschaftspolitisch, unter anderem im Integrationsrat der Stadt
Witten.
Im
Impulsgespräch erläutert Dr. Chikhradze, wie eine geschlechtergerechte
Gesundheitsversorgung gelingen kann, wo Deutschland derzeit steht und
welche Veränderungen notwendig sind, damit unterschiedliche
Lebensrealitäten künftig stärker in Forschung und medizinischer Praxis
berücksichtigt werden.
Die
Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist
erforderlich. Der Zugangslink wird nach der Anmeldung per E-Mail an verschickt.