Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe

Hattingen ist gut beschirmt

Hattingen/Ruhr. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat untersucht, wie sich hohe Temperaturen auf Städte in Deutschland auswirken. Dazu wurden 195 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern unter die Lupe genommen und nun die Ergebnisse vorgelegt. Diese zeigen: Hattingen ist ein cooler Ort, denn die Menschen sind besser vor Sommerhitze geschützt als in den meisten anderen Städten.

Beim Hitzecheck 2026 landete Hattingen bundesweit auf Platz neun. In der Ruhrstadt gibt es nicht nur kühlendes Wasser, sondern auch vergleichsweise viele Bäume, deren Kronen Straßen und Wege beschatten. Die Deutsche Umwelthilfe nennt dies den Beschirmungsgrad, der im besten Fall bei 30 Prozent liegt. Dieser Richtwert wird von Fachleuten für ein gesundes Stadtklima empfohlen. Hattingen erreicht mit 29,78 Prozent nahezu das Optimum. NRW-weit liegen nur Solingen mit 30,55 Prozent und Wuppertal mit 30,73 Prozent vor Hattingen. Beim sogenannten Hitzebetroffenheitsindex, der zeigt, wie stark die Bevölkerung einer Stadt von sommerlicher Hitze betroffen ist, liegt Hattingen im grünen Bereich. Der Grund sind nicht nur die Waldflächen mit ihren zahlreichen Bäumen, sondern auch das Engagement vieler Akteure aus Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft für den Klimaschutz.

Bewertet werden von der DUH unter anderem die Versiegelung, das Grünvolumen und die Oberflächentemperatur in den Städten. Im vergangenen Jahr waren die Parameter noch etwas anders. Damals landete Hattingen sogar auf Platz eins in ganz Deutschland. Das ist für die Beteiligten in der Stadt jedoch kein Grund zum Verdruss, sondern vielmehr Ansporn.

„Wir liegen im Ranking weiterhin ganz weit vorne und unsere Bemühungen im Klimaschutz werden langfristig Wirkung zeigen“, ist sich Hattingens Baudezernent Jens Hendrix sicher. „Klimaschutz und Klimaanpassung werden bei allen Baumaßnahmen mitgedacht. In Hattingen handeln wir nach dem Grundsatz ‚Innenentwicklung vor Außenentwicklung‘. Das bedeutet, dass das Bauen im Innenstadtbereich Vorrang hat, damit nicht weitere Flächen versiegelt werden. Dort, wo es möglich ist, werden auch Flächen entsiegelt, wie zum Beispiel demnächst auf dem Schulhof der Heggerfeldschule“, erläutert der Stadtplaner. „Dort haben wir bereits mehrere Bäume gepflanzt. Wir möchten außerdem mit dem Vorgartenwettbewerb motivieren Schottergärten in insektenfreundliche Beete umzuwandeln. “

Zusätzliche klimaresiliente Bäume sind ein großes Thema der Stadtverwaltung. Im Rahmen des Förderprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ sind zahlreiche neue Bäume eingeplant. Nachdem in den vergangenen Monaten geeignete Standorte gesucht wurden, steht nun fest, dass beispielsweise auf dem kahlen Schulhof des Schulzentrums Holthausen rund 20 Klimabäume gepflanzt werden.

Auch wird die Stadt im Sommer mit Wassersäcken wieder dafür sorgen, dass junge Bäume ausreichend mit Durstlöschern versorgt werden. Ein weiterer neuer Baustein zum Hitzeschutz sind die „Gießkannenhelden“. Auf Kosten der Stadt werden 1.000-Liter-Wassertanks beschafft, die an Regenrinnen privater Gebäude angeschlossen werden sollen. Ziel ist es, Menschen zu motivieren, von Trockenheit bedrohte Straßenbäume zu gießen. Zurzeit wird noch nach geeigneten Standorten gesucht.

Darüber hinaus nimmt Hattingen mit seiner Klimaschutzbeauftragten am Kooperationsprojekt „Klimabäume – Unsere Streuobstwiese“ des Regionalverbandes Ruhr teil und ist sich sicher, dass die Maßnahme bald Früchte tragen wird – nicht nur für den Klimaschutz.

Doch nicht nur neue Bäume sollen für ein besseres Klima sorgen und vor Hitze schützen. Hattingen treibt mit Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Fachbereichen zahlreiche Umweltprojekte voran.

„In der täglichen Arbeit der Stadtverwaltung spielt das Thema ökologische Aufwertung von Flächen eine zentrale Rolle. So wurden zahlreiche Rasenflächen in Wildblumenwiesen umgewandelt. Für das gesamte Stadtgebiet arbeitet die Verwaltung an einem ökologischen Pflegekonzept, das ebenfalls der Hitze entgegenwirken soll. Bei der Erneuerung von Fahrbahnoberflächen wird nach Möglichkeit ein heller Belag verwendet, der sich nicht so stark aufheizt.“, so Jens Hendrix.

Seit März dieses Jahres befasst sich ein neuer Mitarbeiter mit dem Klimaanpassungskonzept für die Stadt Hattingen. Erst kürzlich wurde das entsprechende Konzept im Fachausschuss vorgestellt.

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