Archiv: under the umbrella




30. Juli - 11. September 2016

under the umbrella

Julia Sossinka


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>> Begleitprogramm

>> Fotos der Ausstellungseröffnung


Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.


Eine Ausstellung im Rahmen der Reihe

jUNGES MUSEUM im Stadtmuseum Hattingen



Die für die Ausstellung ausgewählten Wandarbeiten und eine für und im Raum konzipierte Installation zeigen in besonderer Weise, wie sich Sossinkas Verständnis von Kunstschaffen als fortlaufender und folgerichtiger Prozess bislang ent-
wickelt hat und weiter entwickeln wird.
Die Fortschreibung malerischer Techniken in den Raum hinein ist zentrales Anliegen der Künstlerin, eine Auffassung, die sie konsequent und mit unterschiedlichen Gestaltungsmaterialien umsetzt. Julia Sossinka schließt sich damit einer malerischen Tradition an, welche die Ränder der Leinwand nicht als Begrenzung akzeptiert, sondern sich darüber hinaus narrativ und prozessual im Raum fortzuschreiben sucht.





Mit ihren groß- und kleinformatigen Bildkompositionen, zusammengesetzt aus Papierrissen älterer Tuschearbeiten und vereinzelten, pastos aufgetragenen Farbfragmenten formt sie lebendige Strukturen im Bild und suggeriert durch deren Anordnung eine Malerei, die in die Tiefe geht. Kein Papierstück gleicht dem anderen, die Anordnung entspricht keinem vorgegebenen Muster, erhabene Papierfragmente wölben sich über die Fläche und eröffnen neue Räume, Zwischenräume, in denen sich der Betrachter verlieren und wiederfinden kann. Nicht zuletzt entsteht eine haptische Qualität der Bilder, die dem Betrachter suggeriert, er könne die Malmaterie mit seinen Augen berühren. Das Sehen und der (gedachte) Tastsinn ergänzen sich. Nimmt der Betrachter die gesamte von der Künstlerin entwickelte Bildwelt in den Blick, so erscheint ein Zwischenreich. Ein flüchtiger Blick reicht bei der Betrachtung nicht aus.





Die Künstlerin transformiert Stilmittel der Malerei, wie beispielsweise den Bildaufbau mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund, indem sie mehrere Schichten übereinander aufbringt und Bildräume schafft, die sie aus der Fläche heraustreten lässt. Sie thematisiert die Malerei an sich. Dabei sind ihre Farbenkombinationen schlüssig und Ergebnis ihres intensiven Studiums der Farbmalerei. Julia Sossinka lädt den Betrachter ein, unvoreingenommen und genau hinzuschauen und so in einen assoziativen Prozess einzutreten, der ihn teilhaben lässt an ihrer künstlerischen Idee.

Auf der Suche nach einer Transformation der Malerei in dreidimensionale Objekte bedient sich die Künstlerin immer wieder unterschiedlicher Techniken wie Collage und Assemblage. Das Prinzip der Verwertbarkeit zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das künstlerische Werk. Die Arbeit Cocon besteht aus unzähligen, ihrem Alltag und „Ökokosmos“ entnommene, scheinbar nutzlose Dinge, die sie preisgibt, weiterverwendet und zu einem Objekt verarbeitet. Der Wert der verwendeten Materialien ist zeitlos und wird durch die Künstlerin im Kontext weiterer Arrangements einer jeweils neuen bildprägenden Bestimmung zugeordnet. Denn, so die Künstlerin selber: „Durch die Zeit, die Benutzung und den Gebrauch des Materials wächst es weiter.“





Die eigens für den Raum geschaffene Installation „under the umbrella“ fällt nicht nur aufgrund der raumgreifenden Präsenz auf. In der direkten Auseinandersetzung mit den vorgefundenen räumlichen Gegebenheiten zeichnet Julia Sossinka ihr Werk in den Raum. Fast spielerisch zieht sie die Fäden, setzt Akzente wie Schraffuren, indem sie das Material verdichtet. Striche und Linien „wandern hin und her“ und formen  ein begehbares Gebilde, das erst durch das Umhergehen des Betrachters zu einer komplexen zeitlichen ›Komposition‹ im Raum erwächst.

Julia Sossinka leitet auch hier einen künstlerischen Prozess ein,  der, angestoßen durch eine grobe Formgebung, „seinen Lauf nimmt“ und anhand einer in den dreidimensionalen Raum gesetzten, plastischen Zeichnung einen Raum im Raum schafft. Sie nutzt die zufälligen Momente um dem Material eine eigene Ästhetik zu verleihen und eröffnet neue, künstliche und zugleich künstlerische Räume. Die begehbare Installation wirkt wie ein weit aufgespannter Schirm, der Schutz suggeriert und gleichzeitig Abenteuerlust weckt, ein Erlebnisraum der einlädt unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und neue Raumerfahrungen zu machen.





Julia Sossinka beschränkt sich bei der Umsetzung ihrer Idee auf die Verarbeitung von Erntegarn, ein Material, welches sie eher zufällig für sich entdeckte und bislang für Arbeiten im Aussenraum verwendet hat. Die bewußte Reduzierung ist eine folgerichtige Weiterentwicklung einmal in Gang gesetzter künstlerischer Prozesse, die zeigen, dass es immer wieder Wendepunkte gibt, dem Prinzip der Verwertbarkeit bleibt die Künstlerin dabei aber treu. Rauminstallationen werden abgebaut und die verwendeten Materialien zusammengeknubbelt in einen Sack gesteckt und für weitere Arbeiten verwendet. Wir dürfen gespannt sein, wohin der Weg führt!





Fotos der Ausstellungseröffnung am 29. Juli 2016

















































Fotos © Mediadesign Michael Wölm, Hattingen

Verwendung mit freundlicher Genehmigung



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