Fünfte Saatgutbibliothek eröffnet in
Hattingen
Hattingen/Ruhr. Frische
Kräuter aus dem heimischen Garten, eine Tomatenernte, die sich sehen
lassen kann und farbenfrohe Blumen, die ein echter Hingucker sind - und
das alles mit biologischem, samenfestem Saatgut: Genau das bietet die
Saatgutbibliothek der Stadt Hattingen. Am Samstag, 14. März,
eröffnet sie von 10 bis 13 Uhr bereits zum fünften Mal ihre Türen
in der Stadtbibliothek Hattingen. Ins Leben gerufen
wurde das Projekt von der städtischen Klimaschutzmanagerin Svenja
Breddemann gemeinsam mit Anke Link, Leiterin der Stadtbibliothek.
Ziel ist es, den Erhalt heimischer Pflanzenarten zu fördern und die
Biodiversität zu stärken.
Die
Saatgutbibliothek hat sich in den vergangenen Jahren als feste
Anlauf- und Tauschstelle für Gemüse- und Pflanzensamen etabliert.
Zur Eröffnung erwartet die Besucherinnen und Besucher wieder ein
vielfältiges Programm mit Aktionen für Groß und Klein sowie
praktischen Tipps rund ums Säen und Pflanzen. Neu
in diesem Jahr: Die Ausgabe der Saatguttütchen
erfolgt erstmals proaktiv über die Mitarbeiterinnen der
Stadtbibliothek. Pro Person werden drei Tütchen ausgegeben. „Wir
wollen die Ausgabe dieses Mal bewusster steuern“, erklärt
Koordinatorin und Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Sabine Keßler.
„So stellen wir sicher, dass auch Interessierte, die am Aktionstag
nicht vor Ort sein können, in den Wochen danach noch Saatgut
erhalten.“
Gleichzeitig ruft
die Stadtbibliothek bereits jetzt zu Saatgutspenden auf. Am
Aktionstag selbst werden Tütchen ausgegeben, darüber hinaus ist
auch ein Tausch unter den Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern
möglich. „Wir verstehen die Stadtbibliothek als Ort der Begegnung
– für Menschen, die gern gärtnern, und für alle, die es werden
wollen“, so Keßler.
Das Prinzip der
Saatgutbibliothek ist einfach: Interessierte erhalten Saatgut,
pflanzen es im heimischen Garten oder auf dem Balkon an und bringen
nach erfolgreicher Ernte einen Teil der neuen Samen zurück in die
Stadtbibliothek. So entsteht ein nachhaltiger Kreislauf. „Werden
Pflanzen über mehrere Generationen am selben Standort angebaut,
passen sie sich dem Klima besser an, werden robuster und
ertragreicher“, erklärt Svenja Breddemann. Voraussetzung sei stets
biologisches, samenfestes Saatgut – Hybridsaatgut eigne sich dafür
nicht, da dessen Eigenschaften nur eine Generation weitergegeben
würden.
Begleitet wird die
Eröffnung von verschiedenen Kooperationspartnern, darunter der NABU,
der Gemeinschaftsgarten „Kunterbunt“ und die Wildnisschule Ruhr.
Die Künstlerin Marie Borchardt sorgt mit Aquarellen aus der
Pflanzenwelt für einen kreativen Rahmen. Außerdem werden Kopfweiden
in Tetrapaks eingepflanzt, eine Buttonmaschine lädt zum Basteln ein
und die Stadtbibliothek stellt thematisch passendes Buchmaterial zur
Ausleihe bereit.
Weitere Informationen zur Saatgutbibliothek gibt es unter
www.hattingen.de/saatgutbibliothek