Equal Pay Day 2026 rückt Lohngerechtigkeit in den Fokus

Ökonomische Gleichstellung bleibt zentrale Aufgabe

Hattingen/Ruhr. Am Freitag, 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day. Er markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland rechnerisch unbezahlt arbeiten, weil sie im Durchschnitt weiterhin deutlich weniger verdienen als Männer. Die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen besteht auch weiterhin. Demnach verdienten Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer.

Der Gender Pay Gap von 16 Prozent (unbereinigter Wert) entsteht nicht zufällig. Er baut sich über das gesamte Leben hinweg auf – von der Berufswahl über Familiengründung bis zur Rente. Rollenbilder, institutionelle Rahmenbedingungen und ungleiche Machtverhältnisse beeinflussen, welche Tätigkeiten entlohnt werden und wessen Erwerbsarbeit als Norm gilt. Die Lohnlücke ist damit Ausdruck struktureller Ungleichheit. „Ungleiche Bezahlung ist kein individuelles Versäumnis, sondern das Ergebnis historisch gewachsener Strukturen. Lohngerechtigkeit ist deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Politik, Wirtschaft und Kommunen gemeinsam tragen müssen“, erklärt die kommunale Gleichstellungsbeauftragte Katrin Brüninghold.

„Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in schlechter bezahlten Branchen wie Pflege, Erziehung, Handel oder Dienstleistungen. Gleichzeitig sind sie in Führungspositionen und höheren Entgeltgruppen weiterhin unterrepräsentiert und arbeiten häufig in in Teilzeit – meist aufgrund von Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen. Diese Faktoren wirken sich dauerhaft auf Einkommen, Karrierechancen und soziale Absicherung aus“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte.

Unbezahlte Care-Arbeit wird in Deutschland weiterhin überwiegend von Frauen geleistet. Sie ermöglicht das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft, bleibt jedoch weitgehend unsichtbar und unzureichend abgesichert. Die Folgen sind geringere Einkommen und deutlich niedrigere Rentenansprüche.

„Equal Pay ist kein reines Frauenthema und weit mehr als eine Lohnfrage. Es geht um Macht, um Teilhabe, um Schutz vor Gewalt und um die Möglichkeit, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Solange Frauen weniger verdienen, tragen sie ein höheres Risiko für Armut, insbesondere im Alter“, betont Katrin Brüninghold.

Besonders stark betroffen vom Gender Pay Gap sind migrantische Frauen, Alleinerziehende, Frauen mit Behinderung oder mit geringem Bildungsabschluss. Hier verschränken sich Geschlechterungleichheit und weitere Diskriminierungsformen. Maßnahmen gegen die Lohnlücke müssen diese Mehrfachbenachteiligungen gezielt berücksichtigen.

Ungleiche Bezahlung endet nicht mit dem Erwerbsleben: Aus dem Gender Pay Gap wird ein Gender Pension Gap. Frauen erhalten im Schnitt rund 40 Prozent weniger Rente als Männer. Das Risiko von Altersarmut ist entsprechend deutlich erhöht.

„Der Equal Pay Day erinnert uns daran, dass gerechte Löhne und gerechte Strukturen aktiv gestaltet werden müssen – auch und gerade auf kommunaler Ebene. Ökonomische Unabhängigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für echte Gleichstellung“, so Brüninghold abschließend. Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hattingen setzt sie sich weiterhin für faire Chancen, transparente Strukturen und eine nachhaltige Gleichstellung von Frauen und Männern ein.


Foto: (C) Stadt Hattingen



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