Hattinger Bernhard Willim erhält Verdienstmedaille

Ausgezeichnet

Hattinger Bernhard Willim erhält Verdienstmedaille

EN-Kreis. "Es gibt Menschen, die sich nicht fragen, ob sie Verantwortung übernehmen, sondern wo sie gebraucht werden. Es gibt Menschen, die wirken, ohne laut zu sein. Es gibt Menschen, die überzeugt sind: Gemeinsinn ist keine Aufgabe anderer, sondern meine eigene. So ein Mensch ist Bernhard Willim." Mit diesen Worten überreichte Landrat Jan-Christoph Schaberick im Schwelmer Kreishaus die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Hattinger.

Ausschlaggebend für diese hohe Auszeichnung, für das "Danke schön" des Landes an seine engagiertesten Bürgerinnen und Bürger, ist der jahrzehntelange Einsatz des 78-jährigen bei den Rotariern. Seit 1991 zunächst in Höxter, seit 2011 im Rotary Club Hattingen und zusätzlich als Mitbegründer des Fördervereins der "International Fellowship of Motorcycling Rotarians".

Weltweit steht Rotary für selbstloses Dienen. In ungezählten Städten auf allen Kontinenten ist das mit konkretem Engagement für die Menschen vor Ort verbunden. So auch in Hattingen – gemeinsam mit anderen war und ist Willim hier eine der treibenden Kräfte, wenn es darum geht, soziale und kulturelle Projekte zu unterstützen, Kinder und Jugendliche zu fördern und Betroffenen in akuten Notlagen zu helfen.

Mit dem Verein "International Fellowship of Motorcycling Rotarians" und seinen mehr als 150 Mitgliedern initiierte und begleitete Willim zahlreiche Benefizaktionen. Für nationale und internationale Hilfsprojekte konnten bislang über 500.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Geflossen sind diese Gelder unter anderen in die Kinder- und Jugendförderung, in soziale Projekte sowie in Nothilfen nach Katastrophen. Ein Beispiel von vielen: Das Ahrtal im Sommer 2021.

"Was Bernhard Willim neben seinem unermüdlichen Einsatz auszeichnet, ist insbesondere sein Gespür für die Sorgen seiner Mitmenschen. Sein Handeln ist von einem unschätzbaren Mitgefühl geprägt. Er weiß, wie man anderen hilft, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen", würdigte Schaberick in der Laudatio.

Dies hatte Willim über Jahrzehnte auch beruflich genutzt. Nach seiner Ausbildung im mittleren Verwaltungsdienst war er 1980 in Borgentreich mit 32 Jahren zum damals jüngsten Stadtdirektor in Nordrhein-Westfalen gewählt worden. Elf Jahre lang prägte er die Entwicklung der Stadt. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Sanierung des Stadtkerns, der Aufbau einer interkommunalen Wasserversorgung mit der Stadt Trendelburg sowie ein Modellprojekt zur flächendeckenden Verkehrsberuhigung. Zudem gelang es ihm, Borgentreich finanziell deutlich besser aufzustellen.

"Für Bernhard Willim stand und steht bei allem, was er tut, stets die gute Sache im Vordergrund. Er übernimmt Verantwortung, ohne Anerkennung zu suchen, und hilft, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen", würdigte der Landrat Wirken und Person des Geehrten.

Stichwort Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss im Jahr 1951 wurden mehr als 263.000 Menschen für ihre politischen, wirtschaftlich-sozialen oder geistigen Leistungen sowie für ihr Engagement auf sozialen, karitativen und mitmenschlichen Feldern ausgezeichnet.

Grundsätzlich kann jeder Bürger eine Person für den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland vorschlagen. In Nordrhein-Westfalen können Anregungen formlos bei der zuständigen Stadt- oder Kreisverwaltung eingereicht werden. Sie sollten neben Namen und Anschrift der vorgeschlagenen Person insbesondere Informationen über Art und Umfang der besonderen Verdienste enthalten und möglichst auch Hinweise auf Personen oder Organisationen liefern, die das Engagement bestätigen können.

Die Vorschläge werden durch die kommunalen Stellen geprüft und über die Bezirksregierung an die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen weitergeleitet. Die abschließende Entscheidung über die Verleihung trifft Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 


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