Gewerbeflächen
entwickelt
– neue Perspektiven gesucht
Hattingen/Ruhr.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Hattingen zieht eine positive
Bilanz der Entwicklung auf dem ehemaligen Hüttengelände: Mit der
nahezu vollständigen Vermarktung der Flächen im Gewerbe- und
Landschaftspark Henrichshütte ist ein bedeutender Meilenstein des
Strukturwandels erreicht. Gleichzeitig wird deutlich, dass neue
Gewerbeflächenperspektiven für die Zukunft der Stadt dringend
benötigt werden. Im
Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus
wurde der Abschlussbericht zum Gewerbe – und Landschaftspark am 18.
Februar 2026 vorgestellt – ein Rückblick und Ausblick.
Nach
der Stilllegung der Henrichshütte 1987 stand Hattingen vor einem
tiefgreifenden wirtschaftlichen Umbruch. Rund 2.900 Arbeitsplätze
gingen verloren. Das 140 Hektar große Industriegelände lag brach.
In den folgenden Jahrzehnten gelang es der Stadt gemeinsam mit der
Landesentwicklungsgesellschaft NRW - heute NRW Urban - das Areal
umfassend zu sanieren, zu erschließen und zu einem modernen Gewerbe-
und Landschaftspark zu entwickeln. Hierfür hat allein NRW Urban rund
135 Millionen investiert. Die Finanzierung erfolgte aus Fördermitteln
von Bund, Land und der Europäischen Union. Außerdem sind
Eigenmittel der Stadt so wie Grundstücksverkaufserlöse
eingeflossen. Insgesamt hat die Stadt rund 15 Millionen
Euro unter anderem für Erschließung und Entwässerung zur
Finanzierung des Gesamtprojektes beigetragen.
Heute
sind dort und im Gewerbegebiet am Büchsenschütz rund 180
Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen angesiedelt, die zusammen
etwa 2.850 Arbeitsplätze bieten. Die erfolgreiche
Ansiedlungspolitik, die gezielt auf eine breite Branchenstruktur und
auch auf Flächen für kleine und mittlere Betriebe setzte, hat den
Wirtschaftsstandort Hattingen nachhaltig gestärkt. Neben
gewerblichen Nutzungen entstanden zudem Grün- und Freizeitflächen
sowie kulturelle Angebote, die das Gelände zu einem lebendigen Teil
der Stadt machen.
Das
LWL-Industriemuseum Henrichshütte bewahrt die Geschichte des
Stahlstandorts. Es ist ein bedeutender Bestandteil der Route der
Industriekultur und bietet Raum für zahlreiche kulturelle
Veranstaltungen. Mit
dem Technologie- und Gründerzentrum Hattingen konnte aus der
ehemaligen Qualitätsstelle
der Henrichshütte nach umfangreichen Sanierungen ein erfolgreicher
Ort für
junge und innovative Unternehmen geschaffen werden.
„Am
wesentlichsten sind aber viele Millionen private Investitionen, die
zu einer Stärkungdes
Wirtschaftsstandortes geführt haben. Mit dem fast erreichten
Abschluss der Vermarktung lässt sich sagen, dass der Gewerbe- und
Landschaftspark Henrichshütte ein gelungenes Beispiel für
erfolgreichen Strukturwandel ist. Durch kluge Investitionen in
Infrastruktur, Umwelt, Kultur und Wirtschaft
ist ein Ort entstanden, der Geschichte und Zukunft miteinander
verbindet – wirtschaftlich tragfähig, in die Stadt integriert und
ökologisch aufgewertet“, erläutert Hattingens Wirtschaftsförderer
im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus.
Mit
der fast abgeschlossenen Vermarktung der Gewerbeflächen zeigt sich
jedoch auch eine neue Herausforderung: In Hattingen stehen derzeit
keine nennenswerten gewerblichen Entwicklungsflächen mehr zur
Verfügung, auf die die Stadt aktiv Einfluss nehmen kann. Ohne neue
Perspektiven reduzieren sich die Chancen auf weitere gewerbliche
Ansiedlungen und Arbeitsplätze.
„Der
Erfolg der Entwicklung auf der Henrichshütte ist zugleich Auftrag
für die Zukunft“, betont die Wirtschaftsförderung. „Hattingen
braucht auch künftig Raum für Unternehmen, Innovation und
Beschäftigung. Unser Ziel ist es, neue Flächenpotenziale zu
identifizieren und zu entwickeln, damit die Stadt wirtschaftlich
stark bleibt."
Daher
will die Stadt systematisch prüfen, wo im Stadtgebiet zusätzliche
Gewerbeflächen entstehen oder reaktiviert werden können. Dazu
gehört auch die mögliche Nachnutzung bislang nicht benötigter
Betriebsflächen innerhalb bestehender Gewerbegebiete. Für die
Flächensuche sind bereits Haushaltsmittel bereitgestellt worden, um
sie fachlich fundiert zu begleiten.