Eintritt in Pflegekampagne wird mit Unterschrift besiegelt

Familienfreundlichkeit groß geschrieben

Stadtverwaltung tritt der Kampagne „arbeiten - leben - pflegen" bei

EN-Kreis/Hattingen. Personalmangel in der Pflege, eine alternde Bevölkerung und der anstehende Renteneintritt der Generation Babyboomer: Fragen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf werden quer durch alle Branchen immer drängender. Mit ihrem Beitritt an der Kampagne „arbeiten - leben - pflegen" setzt die Stadt Hattingen ein starkes Zeichen.

„Innerhalb von zehn Jahren konnten wir 35 Unternehmen für unsere Kampagne gewinnen. Inzwischen arbeiten im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 16.000 Personen in einem Unternehmen, das sich der Initiative angeschlossen hat. Das ist ein großer Gewinn. Wenn Vorgesetzte ein offenes Ohr für ihre pflegenden Beschäftigten haben, trägt das schon wesentlich zur Entlastung bei“, bilanziert Christa Beermann, Demografiebeauftragte der Kreisverwaltung und Kampagnenmanagerin.

Für 2022 hat die Stadt Hattingen, federführend durch das Hattinger Seniorenbüro, das „Jahr der pflegenden Angehörigen“ ausgerufen. Dem Personal werden im Aktionsjahr unter anderem Beratungsgespräche durch die Betreuungsstelle des Kreises, eine Fahrt zur Wohnberatung der Sitftung Volmarstein und regelmäßige Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten angeboten.

„Aufgrund des demografischen Wandels steigt auch bei der Stadt Hattingen die Anzahl der Beschäftigten, die sich neben ihrer Berufstätigkeit um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Das ist eine unglaubliche Herausforderung, für die es eine gute Unterstützung vonseiten des Arbeitgebers benötigt. Das haben wir schon vor Jahren erkannt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden bei uns schon dementsprechend großgeschrieben. Wir möchten mit der Beteiligung an der Kampagne nun auch nach außen hin ein Zeichen setzen, um beispielsweise künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von unserer familienfreundlichen Personalpolitik zu überzeugen“, so Dirk Glaser, Bürgermeister der Stadt Hattingen.

Für die Zukunft plant die Stadt, die Arbeit noch flexibler und digitaler zu gestalten. Hybride Besprechungen gehören im Hattinger Rathaus längst zum Alltag, Schritt für Schritt soll auch die E-Akte für mehr Arbeitsplatzmobilität sorgen. Nachdem im Mai bereits eine Dienstvereinbarung für Mobile Work beschlossen wurde, bereitet die Verwaltung nun die Ausweitung des Arbeitszeitrahmens vor.

Ihren Beschäftigten bietet die Stadtverwaltung außerdem an, während der Arbeitszeit Kontakt zum Seniorenbüro für eine Pflegeberatung aufzunehmen. Die Mitarbeiterinnen beraten auch Hattinger Bürgerinnen und Bürger rund um die Leistungen der Pflegeversicherung, Wohnraumanpassung und weitere das Alter betreffende Fragen. Beratungstermine können telefonisch unter 02324/204 5522, -5533, -5519, -5520 vereinbart werden. 

Die Zahl der an Ennepe und Ruhr an der Kampagne Beteiligten hat sich in den letzten neun Jahren kontinuierlich erhöht. Verwaltungen und Seniorenheime, Kliniken und Bildungseinrichtungen, Banken und Industrieunternehmen - die Bandbreite derer, die die Kampagne mittlerweile unterstützen, ist breit. Sie zeigt: Passgenaue Konzepte, um Beschäftigung und die Sorge um Angehörige besser unter einen Hut zu bringen, sind in jeder Branche und in Firmen verschiedenster Größen umsetzbar.

Ein lohnender Ansatz, denn Beteiligte berichten übereinstimmend: Beschäftigte die spüren, mein Arbeitgeber hilft mir auch dann, wenn es privat Herausforderungen zu meistern gilt, geben dies dem Unternehmen vielfach zurück.

Die 35 Kampagnenbeteiligten leisten einen wichtigen Beitrag, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse pflegender Angehöriger zu steigern, sie zum Thema in Betrieb und Öffentlichkeit zu machen. Deshalb hofft Christa Beermann auf weitere Beitritte zur Kampagne. Interessierte Unternehmen finden Informationen unter www.arbeiten-pflegen-leben.de. Bei Fragen können sie sich an Christa Beermann wenden, Tel.: 02336/93 2223, E-Mail: .

Stichwort Unternehmen, die die Kampagne unterstützen

AVU Gevelsberg, hwg Hattingen, HAZ Arbeit + Zukunft/Hattingen, VHS Witten/Wetter/Herdecke, IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel, SIHK zu Hagen, biw Isolierstoffe/Ennepetal, DRK Witten, Stadt Gevelsberg, AHE Entsorgungsfachbetrieb/Wetter/Ruhr, Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, Praxis Dr. Woeste, Dr. Volkmann/Wetter/Ruhr, FAN e.V./Ennepetal, Seniorenstift St. Marien/Schwelm, Stadt Ennepetal, Ennepe-Ruhr-Kreis/Schwelm, VHS Ennepe-Ruhr-Süd/Gevelsberg, Wicke GmbH + Co.KG/Sprockhövel, HELIOS Klinikum/Schwelm, Agentur für Arbeit/Hagen, Polizei NRW/EN/Schwelm, Universität Witten/Herdecke, Stadtsparkasse Gevelsberg, BLEISTAHL Produktions-GmbH & Co. KG/Wetter, Stadt Witten, Stadt Wetter/Ruhr, Stadt Herdecke, Ev. Stiftung Volmarstein/Wetter/Ruhr, en-wohnen/Schwelm, Gloria Haus- und Gartengeräte GmbH/Witten, QuaBeD Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Mark/Ruhr, Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Lebenshilfe Ennepe-Ruhr/Hagen, B&T Exact GmbH/Gevelsberg, Stadt Hattingen

Beteiligte Unternehmen im Überblick: https://www.arbeiten-pflegen-leben.de/kampagne--beteiligte-unternehmen.html

Foto: V.l.n.r. Demografiebeauftragte Christa Beermann, Tanja Meis, Seniorenbüro Hattingen, Katrin Brüninghold, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Hattingen und Bürgermeister Dirk Glaser. (C) Stadt Hattingen.

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