Grenzen überschreiten - Horizonte öffnen

Bundeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten

Hattingen/EN-Kreis. Rund 400 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland waren bei der Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Flensburg dabei. Das Treffen fand erstmalig in Form einer Hybrid Veranstaltung statt. Die Teilnehmerinnen waren entweder direkt vor Ort oder sie schalteten sich virtuell in Foren, Vorträge und Workshops zu, um sich über Digitalisierung unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit auszutauschen. Aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis haben vor Ort Cornelia Prill von der Stadt Witten, Christel Hofschröer von der Stadt Gevelsberg und Katrin Brüninghold von der Stadt Hattingen teilgenommen.

Katrin Brüninghold ist auf der Konferenz zur Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten gewählt worden. „Ich freue mich sehr darüber, dass Katrin Brüninghold dieses Vertrauen entgegengebracht wurde und eine Vertreterin der Stadt Hattingen in diesem bundesweit tätigen Gremium eine besondere Aufgabe übernommen hat. Eine weitreichende Vernetzung ist immer wertvoll und besonders intensiv, wenn sie mit Funktionen verknüpft ist “, so Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser.

Themen der Bundeskonferenz waren neben der Digitalisierung auch die Arbeitssituation der Pflegebranche, Gewalt gegen Frauen, die Notwendigkeit kostenfreier Verhütungsmittel, die Abschaffung des § 218 und 219a StGB.

„Unser Ziel ist es, alle Menschen beim digitalen Wandel mitzunehmen. Wie wir die Digitalisierung so gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben, steht im Mittelpunkt des Dritten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung. Der Berichtgibt uns wertvolle Impulse für unsere weitere Politik.“, so Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht.

„Gleichstellung muss die Wechselwirkungen zwischen Geschlechterverhältnis und Digitalisierung berücksichtigen. Damit kann ein Beitrag zum Abbau struktureller Ungleichheiten, Geschlechtsstereotypen und Diskriminierungen geleistet werden“, sind sich die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis einig.

Der Handlungsbedarf ist groß, wie aktuelle Zahlen zeigen:

  • Der Frauenanteil in der Digital- und Informatikbranche liegt bei lediglich 16 Prozent. Im Topmanagement sind Frauen in der Digitalbranche eine Seltenheit. Der Gender Leadership Gap liegt hier bei 5:1.
  • Homeoffice und Care: Frauen und Männer weiten im Homeoffice ihre unbezahlte Sorgearbeit aus, allerdings Frauen stärker als Männer.
  • Der Teilzeitanteil von Frauen in IT-Berufen liegt bei 19 Prozent, bei den Männern bei 5 Prozent. (Durchschnitt bei anderen Berufen: Frauen bei 31 Prozent, Männer bei 8 Prozent)
  • Nur ein Drittel aller Studienanfänger*innen in MINT-Fächern sind Frauen. Seit 20 Jahren hat sich der Frauenanteil in der Informatik nur um 5 Prozent auf 22 Prozent gesteigert.
  • 70 Prozent aller Frauen im Internet haben bereits Bedrohungen und Beleidigungen erlebt. Digitale Gewalt hat fatale Folgen. 19 Prozent aller Betroffenen ziehen sich nach dem Erlebten aus dem Diskurs zurück.

Weitere Informationen zur Konferenz: www.frauenbeauftragte.de


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