Sanierte Brücke Am Kämpchen Mitte August

Land in Sicht

Erste Hochwasserschäden an Hattinger Brücken beseitigt

Hattingen/Ruhr. Das Rekord-Hochwasser im Juli diesen Jahres hat auch in Hattingen deutliche Spuren hinterlassen: Zahlreiche überflutete Keller, Wohnungen und Häuser, die durch den Starkregen massiv in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch die öffentliche Infrastruktur blieb nicht verschont. Überflutete Straßen, die tagelang gesperrt waren, stark beschädigte oder gar eingestürzte Brücken und abgesackte Straßen und Wege, die nicht mehr passierbar waren – zahlreiche Schäden, deren Ausmaß erst nach Rückgang des Wassers sichtbar wurden.

„Die endgültige Behebung der Schäden wird noch viele Jahre andauern. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen noch circa 16 Brücken und Gewässerbauwerke komplett erneuert werden“, betont Melanie Jagusch-Klich, Abteilungsleiterin vom Fachbereich Stadtbetriebe und Tiefbau. Die bisher festgestellten Schäden belaufen sich hier auf rund 3,4 Millionen Euro.

Brücke Deilbachweg Anfang SeptemberGut vier Monate nach der Unwetterkatastrophe ist die Liste der sofortigen Instandsetzungsmaßnahmen schon kürzer geworden, denn mittlerweile konnten alle vom Hochwasser beschädigten Brücken wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Anfang Oktober konnten wir die Brücke am Deilbachweg auch endlich wieder freigeben. Somit sind alle Brücken erst einmal wieder passierbar. Teils gibt es allerdings Einschränkungen der zulässigen Brückenbelastungen, sodass keine Lastkraftwagen über die beschädigten Bauwerke fahren dürfen“, erklärt Carsten Schmalhaus, zuständiger Ingenieur im Fachbereich Stadtbetriebe und Tiefbau. Am Deilbachweg beispielsweise wurden Instandsetzungsmaßnahmen an der Straße selbst, am Gewässer Deilbach, aber auch an der Brücke durchgeführt: Schwemmgut wurde entfernt, die Böschungen gesichert und wiederhergestellt sowie der Asphalt erneuert. Abgestimmt wurden die Arbeiten mit den Technischen Betrieben der Stadt Velbert, da beide Städte für die Brücke am Deilbachweg zuständig sind.

Deilbachweg nach Sanierung Mitte Oktober

Dabei war direkt nach dem Hochwasser an vielen Stellen schnelles Handeln angesagt, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden und eine Notfallversorgung weiterhin zu gewährleisten. „Nachdem wir die Schäden im Stadtgebiet aufgenommen hatten, wurde eine Prioritätenliste erstellt, die es zügig abzuarbeiten galt. Für einige bebaute Grundstücke verläuft die einzige Zuwegung zu den Häusern über eine Brücke, die dann insbesondere als Flucht- und Rettungswege von immenser Bedeutung ist“, so Christoph Uphues, zuständiger Ingenieur im Fachbereich Stadtbetriebe und Tiefbau. Auch externe Statiker wurden zur Rate gezogen, damit die Sofortmaßnahmen auch zeitnah umgesetzt werden konnten.

Brücke Am Kämpchen nach dem Hochwasser Mitte Juli„Die kurzfristige Zusammenarbeit mit den Fachgutachtern und den Baufirmen, die uns bei den einzelnen Baumaßnahmen unterstützt haben, hat zügig und gut funktioniert. Schließlich sind wir nicht die einzige Kommune, die mit den immensen Folgen des Hochwasserereignisses zu kämpfen hat“, so Melanie Jagusch-Klich. „Für die Durchführung der Sofortmaßnahmen haben wir die Baufirmen auch unter Inkaufnahme einiger Bauzeitverzögerungen an diversen anderen städtischen Baumaßnahmen abgezogen. Dabei waren die Unternehmen sehr kooperativ und wir mussten klare Prioritäten setzen“

Ein Beispiel einer gelungenen Zusammenarbeit sind die Brücken Sünsbruch und Am Schnüber. Die zerstörten Brücken wurden durch sogenannte Behelfsbrücken ersetzt, die kurzerhand vom Technischen Hilfswerk im Rahmen des Katastrophenschutzes auf Bitte der Stadt hin errichtet wurden. Maximal zwei Jahre können die Behelfsbrücken über den Paasbach und Felderbach in Betrieb bleiben, dann muss die provisorische Lösung durch einen Neubau ersetzt werden.

Nachdem die priorisierten Sofortmaßnahmen nun abgeschlossen sind, gehen die Schadensbehebungen weiter. Bis es zur Durchführung der Neubaumaßnahmen kommt, hat die Stadt zunächst noch einige Aufgaben vor der Brust: Um Fördermittel aus dem Landesprogramm für Wiederaufbau beantragen zu können, muss zunächst ein sogenannter Wiederaufbauplan erstellt werden. In einem ersten Schritt werden bis Ende des Jahres die Planungsleistungen für den Neubau von sechs Brücken am Paasbach beauftragt.

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