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Auf der Suche nach jungen Literaten

Zahlreiche Bewerbungen für den Hattinger Literaturpreis

Hattingen/Ruhr. Die Jury für den Hattinger Literaturpreis hat auch in diesem Jahr wieder einiges zu schmökern: 213 Einsendungen sind bis zum Einsendeschluss am 30. April eingetroffen. Dabei zeigt sich wieder einmal, dass der Wettbewerb, der vom Förderverein des Stadtmuseums ausgerichtet wird, nicht nur in Hattingen und Umgebung bekannt ist. „Zahlreiche Einsendungen sind wieder einmal aus Süddeutschland eingetroffen, aber auch die großen Metropolen wie Berlin, München und Hamburg sind wieder am Start. Auch aus Österreich und den Niederlanden haben wir wieder Post erhalten. Insgesamt sind die zweitmeisten Einsendungen in der Geschichte des Wettbewerbs eingegangen“, freut sich Walter Ollenik, Koordinator des Literaturpreises und Vorsitzender des Fördervereins. 173 Texte stammen von Frauen und rund ein Fünftel von Männern. Zwei Bewerbungen stammen aus Hattingen.

Der gute Ruf des Wettbewerbs und die lange Tradition haben sich herumgesprochen, denn für viele junge Literaten kann der Wettbewerb als Sprungbrett für literarische Erfolge genutzt werden. Bereits zum 26. Mal wird dieser nun verliehen. Gegründet wurde der Wettbewerb von der Kulturinitiative Hattingen Ruhr (Kubischu). Seit 2011 vergibt der Förderverein Stadtmuseum Hattingen e.V. gemeinsam mit der Stadt Hattingen alle zwei Jahre den Preis. Die fünfköpfige Jury, zusammengesetzt aus Journalisten, Germanisten und jungen Buchhändlern liest seit drei Wochen die eingegangenen Texte. Zwei der Jurymitglieder sind Christa Heinbruch und Lars Friedrich. Der Großteil der Arbeiten wurde bereits einmal gelesen. Ob Belletristik, Essays oder Kurzgeschichten: Die Autorinnen und Autoren können sich einer Bandbreite verschiedener Genres bedienen, dürfen dabei aber fünf DIN-A4-Seiten nicht überschreiten. „Es ist wieder einmal spannend zu beobachten, wie junge Menschen heute die Welt sehen und auf individuelle Weise in ihren Texten verarbeiten. Wir haben aufgrund der so präsenten Corona-Pandemie mit einer intensiven literarischen Auseinandersetzung gerechnet, dem war aber nicht so“, betont Jurymitglied Christa Heinbruch. Trotzdem ist es wieder die schwere Kost, die zu Papier gebracht wurde. Themen wie Depressionen, Konflikte und Familiengeschichten wurden in zahlreichen Texten aufgegriffen. Auch Lars Friedrich hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Für mich ist es immer wieder faszinierend, in neue Lebenswelten einzutauchen und die Welt aus den Augen einer jüngeren Generation sehen zu können. Neben Alltagsthemen hat auch die Aufarbeitung der individuellen Kriegsgeschichte der eigenen Familie in vielen Texten stattgefunden.“ Die Texte liegen der Jury anonymisiert vor. Neben inhaltlichen Bewertungskriterien werden auch stilistische und sprachliche Merkmale der Texte unter die Lupe genommen.

Zur geplanten Präsenzveranstaltung im Herbst werden acht junge Autorinnen und Autoren von der Jury eingeladen. Bis dahin muss eine Entscheidung getroffen werden. „Jedes Jurymitglied kann aus seinen gelesenen Block fünf Favoriten auswählen, die am Ende von allen nochmal gelesen werden, bevor die endgültige Entscheidung fällt“, erklärt Christa Heinbruch.

Mitte August fällt die Entscheidung der Jury. Dann werden die Finalisten zur geplanten Lesung mit Publikum eingeladen. „Die Veranstaltung wird definitiv stattfinden. Je nachdem, was die Corona-Lage zulässt, können wir uns auch eine digitale Alternative vorstellen. Die Hoffnung auf eine Live-Veranstaltung verlieren wir aber nicht“, so Walter Ollenik.

Foto: Pixabay

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