Karies Vorbeuge bei den Kleinen


Symbolbild: Pixabay


EN-Kreis: Im Schuljahr 2018/19 wurde im Ennepe-Ruhr-Kreis in allen Kindertagesstätten, Grund-, Förder- und Hauptschulen sowie einzelnen Sekundar-, Real- und Gesamtschulen eine zahnärztliche Untersuchung durch das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung angeboten.

Grundlage für die Untersuchungen sind in Nordrhein-Westfalen das Kinderbildungsgesetz und das Schulgesetz. Die Ergebnisse sollen dem Arbeitskreis Zahngesundheit helfen zu erkennen, wo Kinder verstärkt unterstützt werden müssen, um Karies vorzubeugen. Eine frühkindliche Gesundheitserziehung und die Zusammenarbeit mit den Eltern stellt dabei eine wichtige Säule der Arbeit dar. Auch eine tägliche gemeinsame Routine beim Zähneputzen, beispielsweise in der Kita und zahngesundes Frühstücken sollen durch die Aktion Anklang finden.

„In 246 Einrichtungen haben unsere Zahnärzte fast 15.500 Untersuchungen durchgeführt“, zieht Dr. Inka Goddon, Leiterin des Bereiches Gesundheitsdienste für Kinder und Jugendliche im Schwelmer Kreishaus als Bilanz.


Die Zahlen verteilen sich wie folgt: In 171 Kindertagesstätten profitierten 8.120 Kinder von dem kostenlosen Angebot, in 58 Grundschulen 5.133 Schüler der Klassen zwei und vier. Dazu kommen nach Dr. Goddon  noch elf weiterführende Schulen mit knapp 1.718 Jugendlichen aus den Jahrgangsstufen sechs und acht sowie 510 Kinder und Jugendliche aus sechs Förderschulen hinzu.


Hintergrund der Aktivitäten des Kreises ist neben entsprechenden gesetzlichen Vorgaben die Erkenntnis, dass Karies zu den vermeidbaren Erkrankungen zählt. „Wer frühzeitig und gezielt vorbeugt, schützt seine Zähne“, macht Dr. Goddon deutlich. Zusammen mit den gesetzlichen Krankenkassen und den niedergelassenen Zahnärzten ist die Kreisverwaltung daher im Arbeitskreis Zahngesundheit aktiv.


Die Erfolge der Kooperation lassen sich schwarz auf weiß belegen: Die Jugendlichen haben heute durchschnittlich nur noch einen kariös erkrankten Zahn im bleibenden Gebiss. Ein erfreulicher Trend, zu dem auch das Verhalten vieler Eltern einen wichtigen Beitrag leistet. Sie nutzen mit ihren Kindern die Vorsorgeangebote der zahnärztlichen Praxen. „Jedes fünfte Kind“, sagt Dr. Goddon, „weist aber nach wie vor ein erhöhtes Risiko auf, an Karies zu erkranken. Gerade sie benötigen unserer Unterstützung.“


Damit möglichst viele Kinder den Behandlungsstuhl mit der freudigen Botschaft „Es wurde gar nicht gebohrt“ verlassen können, bietet der Arbeitskreis mit seinen vier Zahnärzten, sechs Prophylaxefachfrauen und einer Ernährungsexpertin neben den Untersuchungen auch altersgerechte Informationen rund um Zähne und Zahnpflege an.


Im Einsatz war zudem das Zahnmobil des Arbeitskreises. Wo es Station machte, erhielten die Backenzähne der Kinder mit Zustimmung der Eltern als Vorbeugung gegen Karies einen Fluoridlack. „Am Ende des Schuljahres haben wir so mehr 1.600 Grund- und Förderschüler behandelt“, so Dr. Goddon.


Wissenswertes über den Arbeitskreis Zahngesundheit und seine Programme sowie Fachinformationen zu gesunden Zähnen und zahngesunder Ernährung erhalten Interessierte unter www.ak-zahngesundheit-en.de. Mit dem Projekt "Kita mit Biss" hat der Fachbereich Soziales und Gesundheit Anfang 2018 zudem ein neues Projekt gestartet. Aktuell beteiligen sich 45 Kindertagesstätten an der Initiative.

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