Kunstpreis Ennepe-Ruhr 2019: Preisträger in Hattingen ausgezeichnet


Landrat Olaf Schade (links) und Christoph Kohl (rechts) mit den Preisträgern Harald Kahl und Anna Maria Schönrock. Angelika Wischermann konnte an der Veranstaltung in Hattingen leider nicht teilnehmen.Foto: UvK/EN-Kreis


EN-Kreis. Harald Kahl (Witten), Anna Maria Schönrock (Nürnberg/Witten) und Angelika Wischermann (Wien/Herdecke) - dieses Trio ist gleichberechtigter Gewinner des Kunstpreises Ennepe-Ruhr 2019. Diese Entscheidung der Jury wurde vor mehr als 100 Gästen im Rahmen der Ausstellungseröffnung im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen bekannt gegeben.

 

Bildhauer Kahl überzeugte die Jury mit seinen plastischen Werken, Schönrock mit ihren Ölgemälden "Drift" und "Space" und Wischermann mit der Installation "Auf eigenen Beinen stehen". Diese Arbeiten hatten für die Jurymitglieder im Vergleich zu den Beiträgen der übrigen 13 Künstler und mit Blick auf das Thema "Heimat/Verortung" die Nase vorn. Neben dem Preis erhielten die Ausgezeichneten jeweils 1.000 Euro und das Angebot einer gemeinsamen Ausstellung im Stadtmuseum Hattingen 2020.

 

"Heimat ist ein vielfältiger und nicht einfacher Begriff. Er ist damit bestens geeignet, durch die Kunst aufgegriffen und zur Diskussion zu werden", stellte Landrat Olaf Schade mit Blick auf das vorgegebene Thema fest. "Viele der hier ausgestellten Fotografien und Gemälde, Skulpturen und Installationen dokumentieren daher neben den Lebenslagen verwurzelt sein und eine Heimat haben eben auch entwurzelt sein und kein Obdach haben."

 

Klare Worte fand Schade zu Versuchen, den Begriff "Heimat" als Substrat für "Deutsch sein", als Ausdruck für eine spezifische Art zu leben zu interpretieren. "Dies ist unredlich und fördert eine Grenzziehung zwischen ´uns´ und ´anderen´. Das ist mit mir nicht zu machen und sollte von niemanden ohne Widerspruch hingenommen werden."

 

Wer sich die Zeit nimmt, die Werke der insgesamt 16 Künstler zu betrachten, der kann entdecken, wie facettenreich, kreativ und überraschend sie sich mit "Heimat/Verortung" auseinandergesetzt haben. "Durch Städte und Dörfer" und "Obdachlos", "Ein anderer Ort" und "Schwarz, Rot, Gold" - schon die Titel vieler Werke machen neugierig, wie genau die Aufgabenstellung umgesetzt worden ist.

 

Die Ausstellungseröffnung zeigte zudem, wie gut Kunst geeignet ist, Gespräche anzustoßen. An vielen Stellen wurde - auch mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern - lebhaft über Werke und Aussageabsichten, verwendete Materialien und Arbeitsweisen diskutiert.

 

Dabei standen neben den Preisträgern auch die übrigen Künstler im Fokus. Dies sind Maria Bemelmans (Doenrade/Ennepetal), Marko Dowald (Ennepetal), Petra Füth (Hattingen), Bernd Gichtbrock (Witten), Silvia Iwanek (Hattingen), Kamphausen (Witten), Christian Krebs (Bochum/Herdecke), Leuchtstoff (Witten), Hartmut Lübbert (Hattingen), Friedhelm Overbeck (Hattingen), Kirsten Rönfeldt (Radevormwald/Schwelm), Diana Sprenger (Berlin/Witten) und Wolfgang Zachow (Ennepetal).

 

An der seit 2011 fünften Auflage des Kunstpreises Ennepe-Ruhr hatten sich 56 Teilnehmer beteiligt. Sie legten der Jury mehr als 110 Vorschläge vor. Christoph Kohl (Institutsleiter und Kurator des Märkischen Museums Witten) als Vorsitzender, Sabine Kelm-Schmidt (Vorsitzende des Ausschusses für Sport, Freizeit und Kultur), Dr. Gert Buhren (Kunstverein Witten), Norbert Kramer/Werner Kollhoff (Kunstraum EN) sowie die Künstler Stephan Marienfeld und Rosie Wolf-Laberenz wählten daraus die 16 Teilnehmer für die Ausstellungen und letztendlich auch die drei Preisträger aus.

 

Gefördert wird der diesjährige Kunstpreis von der AVU, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Volksbank Sprockhövel. Die Ausstellung im LWL Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen (Werkstr. 31-33) ist bis Sonntag, 27. Oktober, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

 

Stichwort Kunstpreis Ennepe-Ruhr

 

Der Kunstpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Die bisherigen Themen lauteten  "Zusammenhalt", "Wassergleich", "Arbeitswelten und Natur" und "Freiheit". Preisträger waren 2011 Gudrun Kolibius-Best (Herdecke), Patrick Borchers (Herdecke) und Stephan Marienfeld (Hattingen), 2013 Peter Kosch (Witten), Anna Recker (Luxenburg/Hattingen) und Verena Wagner (Essen/Wetter), 2015 Katharina Benke (Witten), Petra Böttcher-Reiff (Herdecke) und Monika Wellnitz (Hattingen) und 2017 Till Hausmann (Düsseldorf/Schwelm), die Gruppe Leuchtstoff (Witten) und Philipp Valenta (Hildesheim/Hattingen).

 

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