Biomüll: Hattinger Offensive erfolgreich und beispielhaft



EN-Kreis/Hattingen. 20 Prozent mehr Biomüll, 5 Prozent weniger Restmüll - zwei Zahlen zeigen: Die seit Anfang des Jahres laufende "Biomüll-Offensive" der Stadt Hattingen ist erfolgreich. Viele Bürger haben sich in den letzten sechs Monaten für die Biotonne entschieden.

 

Das damit verbundene bessere Trennen und Verwerten von Abfällen macht sich auch im Haushalt der Stadt positiv bemerkbar. Im Bereich "Abfallentsorgungskosten" mussten 12.000 Euro weniger ausgegeben werden. Einsparungen, die am Ende über die Gebührenbescheide bei den Hattingern ankommen.

 

"Das Hattinger Beispiel zeigt, wie es die Bürger im Ennepe-Ruhr-Kreis selbst in die Hand nehmen können, ihre Abfallgebühren zu senken", wertet Elisabeth Henne, Abfallberaterin der Kreisverwaltung, die Entwicklung in der Ruhrstadt. "Sie könnte und sollte beispielhaft für alle Städte des Kreises sein."

 

Hintergrund: Aktuell ist der Anteil des Biomülls in den grauen Tonnen an Ennepe und Ruhr noch immer hoch. Tatsächlich könnte die Abfallmenge, die momentan per Restmülltonnen entsorgt wird, vergleichsweiser einfach und zeitnah um gut 20,000 Tonnen reduziert werden. "Diese Menge müsste nur da landen, wo sie hingehört, nämlich in der Biotonne", macht Henne deutlich.

 

Das Werben im Sinne von "Ab in die Tonne. Aber bitte in die richtige" macht daher in allen neun Städten Sinn. Zwar gilt es, einen zusätzlichen Stellplatz für das neue Mitglied im Tonnenensemble zu finden, unter dem Strich zahlt sich das Trennen des Mülls aber eben in Cent und Euro aus.

 

"Und auch für Umwelt und Klima sind mit diesem Verhalten Effekte auf der Habenseite verbunden", erinnert Henne daran, dass die seit 2013 laufende Vergärungsanlage in Witten aus dem Biomüll Strom macht. Aktuell wandeln zwei Blockheizkraftwerke das entstehende Gas in Energie für 2.500 Haushalte sowie in Wärme um. Quasi nebenbei werden dabei 4.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

 

Der hohe Anteil des Biomülls im Restmüll war zuletzt auch ein Thema für die Kreispolitik. Der Kreistag hatte Anfang des Monats die Städte aufgefordert, Initiativen zu starten, um das zu ändern. Damit würde zum einen ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet. Zum anderen könnte es den Weg zu niedrigeren Müllgebühren freimachen.

 

Stichwort Müllgebühren

 

In den letzten 20 Jahren haben die Aktivitäten der Kreisverwaltung und die Beschlüsse des Kreistages dazu beigetragen, die Entsorgungskosten im Ennepe-Ruhr-Kreis stabil zu halten. So waren 1999 für eine Tonne Restmüll 181 fällig, 2019 sind es 177 Euro. Beim Biomüll lauten die Vergleichszahlen 125 zu 120 Euro (2019). Dieser für die Bürger positive Weg soll nach einem Beschluss des Kreistages bis Ende 2033 mit dem Abfallwirtschaftsverband EKOCity weitergegangen werden.

 

Die jährlich vom Kreistag beschlossenen Abfallgebühren sind nur gut zur Hälfte für das verantwortlich, was die Bürger zu zahlen haben. Mit ihnen werden die Kosten für das Entsorgen und Verwerten des Abfalls sowie notwendige Transporte von den Umlade- zu den Entsorgungsanlagen gedeckt. Die andere Hälfte der Gebühren wird für das Einsammeln in den Städten fällig. Hierfür sowie für die Gebührenbescheide, die in den Briefkästen der Haushalte landen, sind die Städte verantwortlich.

 

 

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