Archiv: Mare nostrum. Vom Verschwinden.

9. September bis 8. Oktober 2017
Mare nostrum. Vom Verschwinden.
Rita Viehoff und Holger Hülsmeyer

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Malerei und Installationen von Rita Viehoff und Holger Hülsmeyer

Das Stadtmuseum Hattingen präsentiert bis Sonntag, den 8. Oktober eine Ausstellung, die sich einem aktuellen wie drängenden Thema widmet.

Das Schicksal der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer beschäftigt die im Ruhrgebiet lebende Künstlerin Rita Viehoff bereits seit 2014, als sie erstmals die brisante Situation Geflüchteter in den spanischen Enklaven Marokkos wahrnahm.

Seitdem entstehen immer neue Arbeiten unter dem Titel „Mare nostrum“, die das Verschwinden tausender Menschen im Mittelmeer thematisieren. Nur einige der vielen Tausend werden geborgen und bestattet. Unzählige Lebensläufe enden anonym, unbetrauert, aufgelöst, ohne Abschied, ohne Papiere, ohne Identität – ein vollständiges Verschwinden einer nicht zu beziffernden Anzahl von Menschen, die einmal Namen und Identitäten hatten, Heimat, Familie, Hoffnungen und Zukunftspläne. Kein Fundort, kein Datum, kein Grab.


Der Künstlerin geht es weder um eine vordergründige politische Aussage noch um die Wiederholung der aus den Medien hinlänglich bekannten Bilder. Vielmehr begreift Rita Viehoff ihre Arbeit als ein malerisches Requiem zum Gedenken an die namenlosen Toten; ihr spurloses Verschwinden und anonymes Sterben sind Ausgangspunkt einer künstlerischen Annäherung an eine unfassbare Realität, die unser Auffassungsvermögen übersteigt, unsere Wahrnehmung verstört. Darum ist das Erzählen über diese Tragödie auch immer eine Erzählung von uns selbst, jede Havarie auch ein Kentern unserer Gesellschaft.

Auch der in Schwerte lebende Bildhauer Holger Hülsmeyer thematisiert in seiner Installation die Flucht über das Mittelmeer. Seine Arbeit umfasst etwa 65 Einzelfiguren aus Holz, die in die drangvolle Enge eines Flüchtlingsbootes gepresst scheinen. Die massigen Köpfe und Körper haben durch ihre rohe Bearbeitung – allein mit der Kettensäge - und teils durch Verwitterung eine starke physische Präsenz, die durch weitere Materialien wie Steine und Eisen verstärkt wird.


Fotos der Ausstellungseröffnung am 8. September 2017































Fotos © Mediadesign Michael Wölm, Hattingen
Verwendung mit freundlicher Genehmigung


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