Hattingen und die Hanse

Historische Stadtwaage am Alten Rathaus

Die Stadtwaage - der "Hansegraf" überwacht auf dem Hattinger Markt den fairen Handel.



Seit wann Hattingen dem Hansebund angehörte, lässt sich aus den bisher bekannten spärlichen Quellen nicht genau ermitteln. Erste Hinweise auf eine Zugehörigkeit gehen bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück und beziehen sich auf die besonders engen wirtschaftlichen Kontakte zu den hansischen Prinzipalstädten Unna und Hamm. So verleiht Herzog Johann von Kleve-Mark in einer Urkunde vom 16. August der Stadt Hattingen erneut die Zollfreiheit in Unna.

Zollfreiheitsurkunde aus dem Jahr 1470 - Zum Vergrößern bitte klicken
Zollfreiheit in Unna, 16. August 1470.
(Stadtarchiv Hattingen, UH-25a)

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Zudem diente der Rat der Stadt Hamm ab 1503 als Berufungsinstanz für Hattinger Gerichtsprozesse.

Als der englische König Mitte des 16. Jahrhunderts von der Hanse eine Auflistung sämtlicher Hansestädte verlangte, erklärten Hamm und Unna am 13. Februar 1554 auf dem Hansetag des Kölner Drittels in Wesel, dass die ihr untergeordnete Stadt Hattingen nach den Rezessen ihren finanziellen Beitrag leiste und somit zur Hanse gehöre.

Für eine Auflistung der kleineren märkischen Mitgliedstädte beurkundeten Hamm und Unna am 18. März 1554 ebenfalls die Zugehörigkeit des "Fleckens" Blankenstein, heute ein Hattinger Ortsteil, zum Hansebund.

Auch wenn Hattingen sicherlich keine herausragende Rolle in der großen Hansepolitik spielte, dürfte man erheblich von den hervorragenden Kontakten der Hanse zu den bedeutenden europäischen Wirtschaftszentren profitiert haben. Ab dem 15. Jahrhundert sind Kaufleute aus Hattingen und Blankenstein unter anderem in Lübeck, Danzig, Reval, Riga, Stockholm, Prag und Antwerpen zu finden.

In Hattingen selbst wird das Marktgeschehen im 17. Jahrhundert von einem sogenannten Hansegrafen kontrolliert. Er überwacht Maße und Gewichte, achtet auf die Qualität der Krämerwaren und hat Richterfunktion bei Handelsstreitigkeiten.
Die letzte bekannte Nachricht über ein Hattinger Hansemitglied stammt aus dem Jahre 1699. Im Liber Hanseaticus wird bei der Wahl des Werler Hansegrafen als auswärtiger Hanse-Bruder Diederich Kopman aus Hattingen erwähnt.

Im Jahre 1589 soll an der Hattinger Stadtmauer in der Nähe des Steinhagentores eine Inschrift angebracht worden sein, worin Hattingen eine Hansestadt genannt wird. Diese Inschrift ist mit Abriss der Stadtmauer im 19. Jahrhundert verschwunden. Jedoch wurde am 24. Mai 1988 erneut eine Gedenktafel an der restaurierten Stadtmauer befestigt, die bis heute an die hansische Vergangenheit erinnert.
Tafel mit der Inschrift "Hansestadt"
Hansestadt Hattingen - eine Gedenktafel an der Stadtmauer

Der Beitritt der Stadt Hattingen zum Westfälischen Hansebund am 24. August 1996 setzte diese Tradition fort. Seit Juni 2015 gehört Hattingen sogar zur Internationalen Hanse.


Es gibt sicherlich noch viel Unbekanntes über die Hansestadt Hattingen zu entdecken.

Thomas Weiß, Stadtarchivar

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