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Presse-Archiv
 
    27. April 2012
    Informationsreihe "Personal.Innovativ" zu Gast in Gevelsberg
 
 

EN-Kreis. "Der demografische Wandel geht natürlich auch an unserem Unternehmen nicht spurlos vorbei. Der Altersdurchschnitt der Belegschaft steigt und weniger Jüngere rücken nach. Zusätzlich sind die Beschäftigten von der Rente mit 67 betroffen, viele sind schon aus finanziellen Gründen dazu gezwungen, tatsächlich bis in dieses hohe Alter im Betrieb zu bleiben." Mit diesen Worten beantwortet Ralf Jaenecke, Vorsitzender des Betriebsrates der Jeco-Jellinghaus GmbH, die Frage, warum sich sein Unternehmen mehr denn je damit auseinandersetzt, die Gesundheit und damit die Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern.

Anlass für die Einschätzung war eine Veranstaltung, zu der die Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr im Rahmen des Angebotes "Personal.Innovativ - Fachkräfte gewinnen, halten und weiterentwickeln" eingeladen hatte. Zielgruppe der mehrteiligen Reihe sind betriebliche Praktiker und Interessierte. Vorgestellt werden Ideen und Ansätze, wie Unternehmen hier vor Ort mit dem Fachkräftemangel umgehen, berichtet wird darüber, welche Erfahrungen sie gemacht haben. "Der Fachkräftemangel wird zunehmend zu einem wichtigen personalpolitischen Thema und zu einer der Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit der Region", nennt Brigitte Drees von der EN-Agentur Motive für die Informationsreihe.

Bei Jeco-Jellinghaus in Gevelsberg produzieren rund 200 Beschäftigte Schmiedeteile für die europäische Fahrzeugindustrie. "In der Schmiede ist es natürlich laut und heiß, schwere Lasten müssen gehoben werden und der Arbeitstakt wird von Maschinen vorgegeben. Damit die Produkte am Ende dennoch den verlangten Qualitätsansprüchen gerecht werden, ist von allen höchste Konzentration und Präzision verlangt", skizziert Jaenecke Arbeitsplatzbedingungen und Anforderungen. Damit die Beschäftigten, aktuelles Durchschnittsalter 45 Jahre, die in sie gesetzten Erwartungen langfristig erfüllen können und bis zur Rente und darüber hinaus gesund bleiben, entwickelten Betriebsrat, Geschäftsführung und Mitarbeiter gemeinsam eine Strategie, um die Belastungen für jung und alt nachhaltig zu verringern.
"Nachdem wir uns die Altersstruktur genau angesehen und die Mitarbeiter umfassend befragt hatten, wurde unter anderem ein Rotationsprinzip und damit der regelmäßige Wechsel zwischen verschiedenen Stationen wie Schmieden, Vordrücken und Abgraten eingeführt. Zusätzlich haben wir einiges in Sachen Ergonomie und Organisation am Arbeitsplatz verändert", so Jaenecke. Weitere Effekte des systematischen Arbeitsplatzwechsels: Die Älteren geben ihr Fachwissen und ihre Erfahrung weiter und alle verfügen über mehr Kompetenzen und sind flexibler einsetzbar.

Anfängliche Produktivitätsverluste sowie kritische Fragen der Mitarbeiter gehören inzwischen der Vergangenheit an. "Das Konzept wird mittlerweile von allen getragen und hat im gesamten Unternehmen zu einer verbesserten Effizienz geführt", freut sich Jaenecke.


   
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